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Tagungshotels: Top oder Flop?


Ein überschaubares, freundliches Haus, das äußerlich dem alpenländischen Stil verpflichtet ist...

 

Testreihe, Teil 6: Das „Hotel am Sonnenbichl“, Bad Wiessee 

 

Wohin soll es gehen, wenn Tagungen, Schulungen,
Konferenzen oder Meetingsanstehen, eine umfassende Ausstattung benötigt und ein schönes Ambiente gewünscht werden? Die PharmaBarometer-Redaktion testet für Sie Hotels, die all das bieten – oder es behaupten.

 

Im letzten Heft testeten wir das größte Tagungshotel
Süddeutschlands. Jetzt nehmen wir ein Haus unter die Lupe, das in fast jeder Hinsicht genau das Gegenteil darstellt: Das Hotel am Sonnenbichl hat zwar auch vier Sterne, ist aber ein sehr kleines, kuscheliges, fast familiäres Haus. Im Gegensatz zum Sheraton München Arabellapark liegt es auch nicht mitten in der Großstadt, sondern außer- und oberhalb einen kleinen Dorfes mitten im Grünen am Rande der Alpen.



... aber in die Inneneinrichtung mischen sich mediterrane Farben.

Bad Wiessee liegt am Tegernsee, der weit über Bayerns Grenzen für seine Schönheit gepriesen wird. Vom Ortskern sind es knapp zwei Kilometer zum Hotel, das ganz allein zu Füßen des Fockenstein liegt. Einige der nur 22 Zimmer blicken auf den See, die übrigen ins Gebirge. Der Stil des Hauses ist eine charmante Mischung aus alpenländischem Dekor und mediterranen Farben. Das hat so gar nichts mit dem kühlen, glattflächigen Design vieler aktueller Hotels gemein und verleiht dem Sonnenbichl ein behagliches, heimeliges Ambiente. Dazu trägt auch die freundliche Geschäftsführerin Kathrin Frömling nicht wenig bei, die ihre Tagungsgäste gerne persönlich zur Fackelwanderung mit Hütteneinkehr lädt.



Für Meetings steht ein eigenes kleines Häuschen bereit.

 

Für große Konferenzen ist am Sonnenbichl kein Platz. Hierher kommt man im kleinen Kreis, zum Beispiel für Strategiemeetings oder Klausurtagungen. Frömling hält für ihre Tagungskunden ein Nachbarhäuschen mit mehreren kleineren Räumen bereit. Statt Neonlicht und Klimaanlage gibt es hier große Fenster und Kachelofen. Besprechungen in diesen rustikalen Räumlichkeiten haben ein ganz anderes, bodenständigeres Flair als in den steril-funktionalen Kammern, die anderswo meist üblich sind. Die übliche Tagungstechnik inklusive W-LAN ist aber vorhanden.

 

Das Haus am Sonnenbichl kann keinen Wellness-Bereich oder ähnliche Extras bieten, die Tagungsteilnehmer ablenken könnten. Dafür besitzt das Haus zwei andere Attraktionen: Direkt daneben steht ein Skilift, den die Hausgäste gratis nutzen können und auf dem auch nachts gewedelt oder gerodelt werden kann. Als Besonderheit bietet das Haus das „Snowtuben“ auf Schläuchen oder das „Swingbowen“ mit Spezialschlitten an. Wer sich nicht auf die (im oberen Teil) sehr steile Piste traut, kann von der Sonnenterasse mit traumhaftem Blick das sportliche Treiben beobachten. Abends bietet sich ein Besuch im nahegelegenen Spielkasino an, um die restlichen Spesen zu verzocken.


 

Die zweite Attraktion ist das sehr ambitionierte Restaurant des Hauses. Küchenchef Peer Franke meistert souverän den Spagat, einerseits den Skifahrern und Wanderern in der „Bauernstube“ Currywurst und Toast Hawaii aufzutischen und andererseits im „Gourmetrestaurant“ anspruchsvollen Gaumen zu schmeicheln. Hier serviert er – begleitet von einer achtbaren Weinauswahl – zum Beispiel Schaumsüppchen von der Bachkresse mit gebeiztem Tegernseesaibling und seinem Kaviar, Briketts vom Bio-Kabeljau, Waldmeistersouff lé mit grünem Apfelsorbet oder perfekt auf den Punkt gebratene Steaks. Man schmeckt: Hier ist ein kreativer Geist am Werk, der sein Metier liebt. Gerade vor dem Hintergrund dieses schönen Erlebnisses geriet das Frühstücksbuffet aber leider recht belanglos. Dennoch: Das Sonnenbichl ist auch ohne Wellness ein echtes Wohlfühl-Hotel, dem man auch kleine Macken gerne verzeiht. Hier müssen Managern einfach gute Ideen kommen …

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier finden Sie den Artikel als pdf zum Download.


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