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Tagungshotels: Top oder Flop?

 

Testreihe, Teil 8: „Der Hotel-Gasthof Lobmeyer“, Roding

 

Wohin soll es gehen, wenn Tagungen, Schulungen, Koferenzen oer Meetings aanstehen? Die PharmaBarometer Redaktion testet für Sie Hotels.

 

Machen wir uns nichts vor: Es sind momentan nicht die Zeiten, in denen die
Unternehmen der Gesundheitsbranche Luxusherbergen ansteuern sollten. Die
Wirtschaftskrise drückt auch die Pharmaindustrie – wenn noch nicht finanziell, so doch zumindest schon moralisch. Strategiemeetings mit Mitarbeitern im Adlon
oder Atlantic wären derzeit schwer zu rechtfertigen. Ärzte dürfen laut Kodex ja
schon länger nicht mehr in Nobelhotels eingeladen werden. Ein Arzneimittelhersteller, der eine Fortbildung in St. Tropez, Kitzbühel oder Baden-Baden stattfinden lässt, macht sich heutzutage mehr denn je verdächtig.

 

Aber wenn Sie Ihre Mitarbeiter oder Kunden zum Beispiel nach Roding in der Oberpfalz einladen, dürfte niemand auf die Idee kommen, dass hier nicht der
Arbeits-Aspekt im Mittelpunkt steht. Das heißt noch lange nicht, dass hier Genuss und Komfort auf der Strecke bleiben!

Die PharmaBarometer-Redaktion hat in ihrer Testreihe bisher vorwiegend große
und sehr edle Hotels vorgestellt. Jetzt gehen wir aus den oben genannten Gründen einen anderen Weg: Wir probierten einen kleinen, dörflichen Familienbetrieb in einer unglamourösen Gegend aus, die noch vor wenigen Jahren als strukturschwache Region am „Ende der Welt“ galt. Spätestens seit dem EU-Beitritt Tschechiens ist der Bayerische Wald jedoch in die Mitte
Europas gerückt. Und es ist nicht nur der Nationalpark, der Gäste anlockt.

 



Wohlfühl-Atmosphäre statt Wellness

 

Der Gasthof Lobmeyer kann ein Superlativ in unserer Testreihe für sich verbuchen: Er ist das älteste und traditionsreichste Haus, das wir bislang besuchten. Das Gasthaus existiert seit über 500 Jahren, wie das Gewölbe in der Wirtsstube bezeugt. Mit seiner schönen Barock-Fassade schmiegt es sich an den Kirchturm mitten in dem Städtchen in der Nähe von Cham. Vor rund einem Jahr gab es hier einen Neustart: Ein junges Paar übernahm den Gasthof und beschloss, das Haus mit Schwung und Ideen in die Zukunft zu führen, ohne mit der Tradition zu brechen. Das gilt ganz besonders für die Küche. Hausherr Benedikt Hierl steht persönlich hinter dem Herd und vollbringt täglich den Spagat, einerseits den Stammgästen ihren Schweinsbraten zu servieren und andererseits auch höchste kulinarische Ansprüche zu befriedigen. Das Potenzial für höchste Weihen der Gourmet-Fraktion besitzt er: Hierl lernte unter anderem bei Christian Jürgens, den der „Feinschmecker“ gerade zum Koch der Jahres kürte und der sich mit seinem Restaurant „Überfahrt“ am Tegernsee soeben auf Anhieb zwei Sterne im Guide Michelin erkochte.



Haus mit Herz: Die Zimmer im Lobmeyer
huldigen dem Landhausstil.

 

Hierl kocht ambitioniert und ideenreich und setzt saisonale und regionale Schwerpunkte. Bei unserem Testbesuch standen der Jahreszeit entsprechend Wildspezialitäten auf der Karte: ein absoluter Hochgenuss! Ob Cappuccino vom Knollensellerie mit Herbsttrompeten, getrüffelter Schwarzwurzelsalat mit Wildentenbrust oder Rehrücken auf Maronen-Püree – alles, was aus der Küche
kam, war ein wahres Fest. Ein außergewöhnlich gut sortiertes Weinangebot unterstreicht die Ambitionen.


Die Zimmer in dem familiären Hotel sind behaglich und freundlich im Landhausstil eingerichtet und meistens sehr großzügig geschnitten; sie verdienen durchaus die Bezeichnung Suite. Für Tagungen hält der „Lobmeyer“ spezielle Angebote und die übliche technische Ausstattung parat. Bis zu
40 Personen können sich hier an die Arbeit machen. Auf Wellness-Einrichtungen im Haus muss man zwar verzichten, aber die sympathische Atmosphäre und das umwerfende kulinarische Angebot gleichen das mehr als aus. Schließlich muss man ja nicht unbedingt immer mit seinen Kunden oder Kollegen nach der Arbeit in die Sauna gehen, oder?

 

Hier finden Sie den Artikel als pdf zum Download.

 


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